Deutschland Online

07/12/2017
Kunst
Rheinischer Expressionismus in Bonn: Museum August-Macke-Haus eröffnet
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Bonn war Mittelpunkt des kurzen Lebens von August Macke, er fiel im Ersten Weltkrieg. Seine heiteren Bilder prägten den rheinischen Expressionismus. Die neue Ausstellung "August Macke und Freunde" lädt zum Rundgang ein.

Der Maler August Macke (1887-1914) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Expressionisten. Sein ehemaliges Wohn- und Atelierhaus in Bonn ist heute in den Museumsneubau integriert. Nach zweijähriger Bauzeit öffnete das Haus nun. Die Schau "August Macke und Freunde - Begegnung in Bildwelten" umfasst 150 Exponate.

Sorglosigkeit, Lebensfreude und Harmonie

Seine "künstlerischen Kontakte, Netzwerke und Freundeskreise" stehen im Vordergrund, heißt es im Begleittext. Zu sehen sind unter anderem Gemälde von Paul Klee, Heinrich Campendonk und Wassily Kandinsky, dessen Künstlerkreis des "Blauen Reiters" auch Macke eng verbunden war.

Bunt und schön und heiter: So ist die Welt des Malers August Macke. Nichts Böses, nichts Bedrohliches scheint in seinen Bildern Platz zu haben. Seine Großstadtszenen, Gartenbilder und Stillleben strotzen nur so vor Licht und Farben. "Er hat vor uns allen der Farbe den hellsten und reinsten Klang gegeben, so klar und hell wie sein ganzes Wesen war", schreibt Mackes Zeitgenosse Franz Marc 1914 in einem Nachruf auf seinen Freund. August Macke stirbt in Frankreich als Soldat im Ersten Weltkrieg - im Alter von nur 27 Jahren.

Künstlertreff in Bonn

Bonn - das zeigen diese Bilder auch - war stets die Heimat des 1887 im Sauerland geborenen Künstlers. Schon zu Schulzeiten lernt er hier die damals 15-jährige Elisabeth Gerhardt kennen. Eine entscheidende Begegnung sowohl für Mackes Leben als auch für seine Arbeit.
Elisabeth wird Mackes Ehefrau und eines seiner liebsten Porträt-Motive. Der finanzielle Wohlstand ihrer Familie ermöglicht dem Paar außerdem ein in materieller Hinsicht sorgenfreies Leben.

In dem klassizistischen Bau an der Bornheimer Straße lebte er ab 1911 mit seiner Frau und den beiden Söhnen Walter und Wolfgang, es war stets auch Treffpunkt junger Künstler aus der Region und war der Dreh- und Angelpunkt für Mackes künstlerische Aktivitäten. Hier entstanden einige seiner wichtigsten Werke. Rund 11.000 Zeichnungen, Gemälde und Aquarelle umfasst Mackes Oeuvre - eine beeindruckende Bilanz für eine nur knapp zehnjährige Schaffensphase.

Macke selbst bezeichnete seine Kunst als einen "Gesang von der Schönheit der Dinge". Das wird nirgends so deutlich wie in seinen Gartenbildern, die vor satten Grün-, Violett- und Gelbtönen geradezu überquellen. Es sind Szenen aus jenem Garten, der heute - eingefasst von einer meterhohen Glasfront - die Verbindung zwischen altem Wohnhaus und neuem Museumsbau bildet.

Das neue Museum: "ein Glanzstück"

Herzstück des Museums ist das ehemalige Wohn- und Atelierhaus des Künstlers. Eine multimediale Dauerausstellung soll hier Mackes Themen und Lebensweg erfahrbar machen. Der Erweiterungsbau an dem Wohn- und Atelierhaus im Bonner Nordwesten entstand nach Entwürfen des Architekten Karl-Heinz Schommer.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) würdigte das neu gestaltete Museum am Freitag in Bonn als "Glanzstück". Sie erklärte, das Museum verbinde die authentische Wirkungsstätte Mackes mit neuen Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen. Hier könne "das Werk und das Schaffen dieses großen Meisters des deutschen Expressionismus nun endlich angemessen präsentiert werden". Daher habe sich der Bund mit 3,5 Millionen Euro an der Gesamtbaukosten von 7,5 Millionen Euro beteiligt. "Ich bin überzeugt, dass das Museum nicht nur als Ausstellungsort der Werke August Mackes, sondern auch als Forschungsstätte zum Rheinischen Expressionismus einen wichtigen Platz in der deutschen und internationalen Museumslandschaft einnehmen wird", so Grütters.
06/12/2017
Kunst
 
Turner-Preis: Auszeichnung für Andrea Büttner?

41663586 403Auf die Shortlist der renommierten Auszeichnung für moderne Kunst hat sie es schon mal geschafft. Ob Andrea Büttner den Turner-Preis am Ende auch mit nach Hause nehmen darf, entscheidet sich am Dienstagabend in Hull.

Der Fotokünstler Wolfgang Tillmans und die Malerin Tomma Abts sind bisher die einzigen Deutschen, die den Turner-Preis gewinnen konnten. Am Dienstagabend jedoch (05.12.2017) könnte eine deutsche Preisträgerin hinzukommen, denn unter den vier Nominierten befindet sich in diesem Jahr auch die in Stuttgart geborene Künstlerin Andrea Büttner.

Bereits im Mai hatte sie die internationale Jury mit ihrem Portfolio an Skulpturen, Gemälden und Filmen, die die Grenzen des Körpers thematisieren, überzeugt.

Büttners Arbeiten umfassen Drucke, Radierungen und Gemälde, in denen es unter anderem um das Thema "Scham und Verlegenheit" geht. Sie studierte an der Universität der Künste Berlin Bildende Kunst, sowie Kunstgeschichte und Philosophie. 2014 illustrierte sie Kants "Kritik der reinen Vernunft", indem sie sich fragte, welche Bilder Kant beim Schreiben vor Augen gehabt haben könnte. Nach ihrem Studium in Deutschland promovierte sie am Londoner Royal College of Art. Mittlerweile lebt und arbeitet die 1972 geborene Künstlerin in London und Berlin.

Erstmals Altersgrenze aufgehoben

Neben Andrea Büttner nominierte die Jury Hurvin Anderson und Lubaina Himid. Dies ist ungewöhnlich, da beide Künstler über 50 Jahre alt sind. Bis zum vergangenen Jahr galt für den Turner-Preis eine Altersgrenze von 50 Jahren. Die Organisatoren änderten diese Regelung für den diesjährigen Wettbewerb, um auch die Leistung von Künstlern zu würdigen, die erst spät ihren Durchbruch schafften. Die vierte Kandidatin auf der Shortlist ist die britische Filmkünstlerin Rosalind Nashashibi.

Ausstellung präsentiert Werke der Preisanwärter

Der Brite Anderson widmet sich in seiner Malerei den Themen Identität und Zugehörigkeit, die aus Sansibar stammende Himid verhandelt in Gemälden, Grafiken und Installationen den Einfluss schwarzer Einwanderer auf die westliche Kultur. Nashashibi setzt sich mit von Menschen besetzten Räumen auseinander und nimmt dabei den Kleingarten ebenso in den Fokus wie den Gaza-Streifen.

In einer Ausstellung zum Turner-Preis sind noch bis zum 7. Januar 2018 Arbeiten der Nominierten in der diesjährigen britischen Kulturhauptstadt Kingston upon Hull im Norden Englands zu sehen.

Der 1984 ins Leben gerufene und nach dem britischen Maler William Turner (1775-1851) benannte Preis gilt als wichtigste britische Auszeichnung für zeitgenössische Kunst. Geehrt werden Künstler, die in Großbritannien geboren wurden, dort leben oder arbeiten. Der Preisträger, der am späten Dienstagabend in Hull bekanntgegeben wird, erhält 25.000 Pfund (etwa 28.000 Euro).
 
 
 
05/12/2017
Reise
 
Die schönsten Weihnachtsmärkte in Europa
 
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Schnee und Kälte als perfekte Kulisse lassen mancherorts noch auf sich warten. Aber auf die Weihnachtsmärkte in vielen europäischen Städten ist Verlass. Sie laden ein zum vorweihnachtlichen Bummeln und Glühwein trinken.

1. Köln, Deutschland

Jährlich besuchen bis zu vier Millionen Gäste den Weihnachtsmarkt vor dem Kölner Dom. Er gilt als einer der beliebtesten Weihnachtsmärkte Deutschlands. Neben Marktständen sorgen über 100 Bühnenveranstaltungen für reichlich Stimmung. Zur Kölner Vielfalt gehört auch die "Christmas Avenue", ein schwul-lesbischer Weihnachtsmarkt am Rudolfplatz.

2. Krakau, Polen

Der Weihnachtsmarkt befindet sich direkt in der Altstadt, auf dem historischen Hauptmarkt. Wem das Herz hier nicht durch die romantische Kulisse warm wird, dem hilft vielleicht der polnische Wodka. Hauptattraktion ist der alljährlich stattfindende Weihnachtskrippen-Wettbewerb.

3. Wien, Österreich

Der Altwiener Christkindlmarkt ist auf dem historischen Marktplatz vor der Schottenkirche beherbergt. Neben der mit 46 Metern längsten Krippe Österreichs wirbt dieser Markt besonders mit hochwertigem Kunsthandwerk. Er entstand 1987 aus der Idee heraus, der Kommerzialisierung der Weihnachtsmärkte etwas entgegenzusetzen. Der Versuch scheint gelungen.

4. Basel, Schweiz

Der Basler Weihnachtsmarkt auf dem Barfüsserplatz gilt als der größte Weihnachtsmarkt der Schweiz und besitzt die längste beleuchtete Weihnachtsstraße Europas. Dicht an dicht stehen 180 Stände. Von Holzspielzeug bis hin zu veganen Produkten und indischen Handarbeiten ist hier alles zu finden, was das Herz begehrt.

5. Straßburg, Frankreich

Den Christkindelsmärik in Straßburg gibt es schon seit 1570. Er ist damit der älteste Weihnachtsmarkt Frankreichs. Das besondere: Die typischen Holzbuden drängen sich nicht nur zu Füßen des Straßburger Münsters, sondern auf vielen anderen Plätzen der Stadt, und jeder hat seine eigenen Spezialitäten.

6. Brügge, Belgien

Der Brügger Weihnachtsmarkt schlägt seine Buden auf dem "Grote Markt" auf. Die mittelalterliche Stadt passt sich mit ihrer Beleuchtung der Weihnachtsstimmung an. Bei Anbruch der Dunkelheit schmücken Lichterketten die Häusergiebel und verzaubern die Besucher. Rund um den Marktplatz stehen Pferdekutschen bereit für eine Fahrt durch die festlich beleuchtete Stadt.

7. Madrid, Spanien

Madrids Weihnachtsmarkt wird auf der Plaza Mayor aufgebaut. Höhepunkt der Weihnachtszeit in Spanien ist der 6. Januar. Dann findet der Umzug der Heiligen Drei Könige statt. Sie überbringen in Spanien die Geschenke, nicht das Christkind. Jährlich kommen tausende Touristen, um das Straßenfest miterleben zu können. Die Parade wird live im Fernsehen übertragen.

8. London, Großbritannien

Deutsche Weihnacht ist ein Exportartikel. Und das "Winter Wonderland" im Londoner Hyde Park der beste Beweis dafür. Ein "Bavarian Village" nach deutschem Vorbild mit Bratwurst und Glühwein. Darüberhinaus sorgen Riesenrad, Achterbahn und Schlittschuhbahn für Abwechslung. Beliebt ist auch der Eisskulpturengarten "Magical Ice Kingdom".

9. Göteborg, Schweden

Der Weihnachtsmarkt "Jul pa Liseberg" in Göteborg ist der größte in Schweden und gilt als besonders magisch. 5 Millionen Weihnachtslichter verbreiten hier festliche Stimmung. Von schwedischen Spezialitäten über Musik- und Theateraufführungen bis hin zu einer Fahrt mit dem Rentierschlitten gibt es hier alles. Mit Unterhaltung hat man hier Erfahrung. Im Sommer ist das Gelände ein Vergnügungspark.

10. Nürnberg, Deutschland

"Ihr Herrn und Frau'n, die ihr einst Kinder wart, seid es heut wieder", spricht das Christkind, wenn es den Nürnberger Christkindlesmarkt eröffnet. Er gehört zu den ältesten der Welt, erste Zeugnisse erwähnen den Markt im Jahre 1628. Hier findet man Weihnachtsschmuck ebenso wie den typischen Nürnberger Lebkuchen - so wie es sich zur Weihnachtszeit gehört.
 
 
 
04/12/2017
 
5 deutsche Adventsleckereien, von denen Sie vielleicht gar nicht wissen wollen, wie "sündhaft" sie wirklich sind

18843717 303Zur Weihnachtszeit lauern überall süße Versuchungen. Manche sind sogar noch gehaltvoller, als sie aussehen - Glühwein zum Beispiel oder Christstollen haben ein enormes Dickmacherpotenzial.
 
Er ist eine der typisch deutschen Adventsleckereien: der Christstollen. Der Kuchen aus schwerem Hefeteig ist zur Weihnachtszeit auf Deutschlands Kaffeetafeln nicht wegzudenken. Besonders in Dresden ist das Gebäck, das dort liebevoll "Striezel" genannt wird, fast ein Nationalheiligtum, berühmt-berüchtigt für seinen buttrigen Geschmack und die vielen Kalorien.
 

Vom Fastengebäck zur Kalorienbombe

Dabei bestand der Stollen, als er im 15. Jahrhundert zum ersten Mal gebacken wurde, aus kaum mehr als Wasser, Hefe und Mehl. So wollten es die religiösen Dogmen der Kirche. Zur Kalorienbombe wurde der Dresdner Christstollen erst im Jahr 1491. Der Legende nach holten die Sachsen beim Vatikan die Erlaubnis ein, ihrem Striezel Butter beizumischen. Der Papst stimmte zu und sandte den sogenannten "Butterbrief" in die Regentenstadt.

In Dresdner Backstuben gab es seitdem kein Halten mehr. Zu fast einem Drittel aus Butter besteht der Dresdner Christstollen, damit er schmackhaft und saftig wird. Dazu kommen allerhand süße Rosinen, Orangeat und Zitronat, Mandeln und eine dicke Schicht Puderzucker. Aus dem Fastengebäck wurde so eine echte Wohlstandsspeise.

Mehr Kalorien als ein Burger

Wer ein Stück Dresdner Christstollen verzehrt, muss mit rund 400 Kalorien rechnen. Das sind fast doppelt so viele wie in einem Hamburger. Um die Kalorien einer Scheibe Stollen wieder loszuwerden, müsste man also mindestens eine halbe Stunde stramm laufen.

Davon lässt sich aber kaum einer vom Genuss des reichhaltigen Christstollens abhalten, schon gar nicht in Dresden. Um die Kalorien kümmert man sich dann einfach im nächsten Jahr - zumindest nimmt man es sich an Silvester vor ...

1. Glühwein

40 Millionen Liter Glühwein trinken die Deutschen in jedem Jahr. Dabei verursacht das Getränk aus Rotwein, Zucker und Gewürzen nicht nur einen gehörigen Schwips, sondern sorgt auch für ordentlich Speck auf den Hüften. Denn in jedem Glas befinden sich 210 Kilokalorien. Und bei Glühwein mit Schuss gibt es noch mal 50 kcal obendrauf.

2. Dresdner Christstollen

Er sieht harmlos aus, doch hat es gehörig in sich. Besonders an Butter darf es dem Dresdner Christstollen nicht fehlen. Auf zwei Teile Mehl kommt bei der Zubereitung ein Teil Butter. 100 Gramm, also etwa ein Stück Stollen, schlagen deshalb mit sage und schreibe 400 Kilokalorien zu Buche. Da schafft man selten mehr als zwei Scheiben.

3. Nürnberger Lebkuchen

Ebenso beliebt zu Weihnachten sind diese noch sündhafteren Adventsleckereien. Nürnberger Lebkuchen werden seit 500 Jahren aus Mehl, Zucker, Butter, Honig und Gewürzen hergestellt und haben rund 420 Kilokalorien pro 100 Gramm. Wegen der vielen Gewürze wird dem Lebkuchen eine magenberuhigende Wirkung nachgesagt - in manchen Regionen wird er daher auch "Magenbrot" genannt.

4. Gebrannte Mandeln

Diese süßen Dinger sind nicht nur schlecht für die Zähne, sondern auch für die Bikinifigur. In einem großen Kessel werden die Mandeln mit purem Zucker karamellisiert. Danach haben sie mehr als 500 Kilokalorien pro 100 Gramm. Dennoch sind sie auf dem Weihnachtsmarkt der Dauerbrenner unter den Adventsleckereien.

5. Schoko-Weihnachtsmann

Ohne sie geht in der Adventszeit gar nichts: Seit rund 200 Jahren essen die Deutschen Schokoladen-Weihnachtsmänner. Rund 140 Millionen Stück werden in jedem Jahr produziert - davon geht rund ein Drittel in den Export. Rekordverdächtig ist auch das Dickmacherpotenzial der Schoko-Nikoläuse: Pro 100 Gramm zählen sie kapitale 536 Kilokalorien.

Antje Binder
 
 

 

 


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